Lufthansa Technik testet AeroSHARK erstmals auf einem Kurzstrecken-A319

Lufthansa Technik testet gemeinsam mit dem Entwicklungspartner Surventis (früher BASF Coatings) eine neue Generation der AeroSHARK-Technologie an einem Airbus A319 der Fluggesellschaft Lufthansa City Airlines. Die Maschine mit dem Kennzeichen D-ABGK ist damit weltweit das erste Kurzstreckenflugzeug, an dem diese Technologie erprobt wird. Der Test soll laut Lufthansa Group bis Februar 2027 dauern.

Lufthansa Technik testet AeroSHARK erstmals auf einem Kurzstrecken-A319
© Aeroprints.com · „N830AW Airbus A319 US Airways (8903044636)" · CC BY-SA 3.0 · source · resized

Am Rumpf und an der Triebwerksverkleidung des Flugzeugs sind, innen wie außen, rund 70 transparente Folienmuster im Format 20 x 20 Zentimeter aufgeklebt. Das Flugzeug trägt den Namen der Stadt Starnberg und wird während der Testphase im regulären Linienbetrieb zwischen München und Hamburg eingesetzt. Laut Lufthansa Group werden Passagiere von dem Test praktisch nichts bemerken – die Folie ist transparent, optisch kaum sichtbar, und am Flugverlauf ändert sich nichts. Am Flugzeugeingang weist eine Informationstafel im AeroSHARK-Design auf den Test hin.

Bislang kam die kraftstoffsparende AeroSHARK-Folie am Rumpf und an den Triebwerksverkleidungen von Langstreckenflugzeugen zum Einsatz, die für diese Technologie zertifiziert sind. Mit der neuen Forschung wollen Lufthansa Technik und Surventis die Entwicklung weiter vorantreiben – sie arbeiten an einer nächsten Materialgeneration, die künftig auch an Tragflächen sowie am Höhen- und Seitenruder eingesetzt werden könnte, also an Stellen mit höheren aerodynamischen Kräften.

Die 70 getesteten Muster unterscheiden sich in Materialzusammensetzung und Schichtaufbau. Ziel des Versuchs ist es, ein Material zu finden, das höchste Widerstandsfähigkeit mit einfacher Anbringung, leichter Reinigung und rückstandsloser Entfernung verbindet. Regelmäßige Kontrollen der Muster führt Lufthansa Technik während der Standzeiten des Flugzeugs am Flughafen Hamburg durch.

Die AeroSHARK-Technologie ist von der Haifischhaut inspiriert. Es handelt sich um eine funktionale Oberflächenfolie mit mikroskopisch feinen Rillen, sogenannten Riblets, die die in Strömungsrichtung ausgerichteten Rillen der Haifischhaut nachahmen – bei Haien verringern diese den Widerstand und verbessern die Umströmung im Wasser. Die in AeroSHARK verwendeten Riblets sind etwa 50 Mikrometer hoch und exakt entlang der Luftströmungsrichtung ausgerichtet. Die Folie wird auf Rumpf und Triebwerksverkleidungen aufgebracht und verringert den aerodynamischen Widerstand im Flug. Laut Lufthansa Group ist dies derzeit die einzige für die kommerzielle Luftfahrt zugelassene Riblet-Technologie, und bei Flugzeugen, die bereits damit ausgestattet sind, senkt sie den Treibstoffverbrauch und die CO2-Emissionen bei jedem Flug um etwa 1 Prozent.

Testflugzeug
Airbus A319, D-ABGK
Betreiber
Lufthansa City Airlines
Entwicklungspartner
Surventis (früher BASF Coatings)
Testende
Februar 2027
Anzahl der Muster
ca. 70 Stück
Mustergröße
20 x 20 cm
Teststrecke
München–Hamburg
Treibstoffersparnis
ca. 1 % pro Flug

Laut Angaben der Lufthansa Group, Stand Juli 2026, sind bereits 22 Langstreckenflugzeuge des Konzerns mit AeroSHARK-Folie ausgestattet: die komplette Flotte von zwölf Boeing 777-300ER der SWISS, fünf Boeing 777F der Lufthansa Cargo, vier Boeing 777-200ER der Austrian Airlines und eine Boeing 747-400 der Lufthansa. Diese AeroSHARK-Flotte spart laut Konzernangaben täglich 19 Tonnen Flugkraftstoff und 60 Tonnen CO2 ein. Die Lufthansa Group ergänzt, dass auch Fluggesellschaften außerhalb des Konzerns beginnen, die Folie zu nutzen, um die Treibstoffeffizienz ihrer Langstreckenflugzeuge zu steigern.

Langfristiges Ziel der Forschung ist es laut Lufthansa Group, den Einsatz von AeroSHARK auf weitere Flugzeugteile auszuweiten und damit zusätzliche Effizienzgewinne im Betrieb zu erzielen, was zur Nachhaltigkeit der Luftfahrt beitragen soll.

Lufthansa Group — newsroom