IATA: Nahost-Konflikt lässt Luftfrachtmarkt im März einbrechen
Der internationale Luftfahrtverband IATA hat Daten für März 2026 veröffentlicht, wonach die weltweite Nachfrage nach Luftfracht im Jahresvergleich um 4,8 Prozent zurückging – Grund waren schwere Betriebsstörungen an wichtigen Drehkreuzen am Golf infolge des Krieges im Nahen Osten. Auch das Kapazitätsangebot sank, während die übrigen Regionen mehrheitlich ein Wachstum verzeichneten.
Laut IATA-Daten sank die weltweite Nachfrage nach Luftfracht, gemessen in Cargo-Tonnenkilometern (CTK), im März im Jahresvergleich um 4,8 Prozent. Bei internationalen Fluggesellschaften fiel der Rückgang mit 5,5 Prozent noch deutlicher aus.
Gleichzeitig sank auch das angebotene Kapazitätsvolumen, ausgedrückt in verfügbaren Cargo-Tonnenkilometern (ACTK), und zwar um 4,7 Prozent beziehungsweise um 6,8 Prozent im internationalen Verkehr.
IATA-Generaldirektor Willie Walsh erklärte, der Rückgang sei vor allem auf schwere Betriebsstörungen an den wichtigsten Golf-Drehkreuzen infolge des Kriegs im Nahen Osten zurückzuführen; auch der übliche Nachfragerückgang nach dem chinesischen Neujahrsfest habe dazu beigetragen. Die grundlegenden Nachfragetrends blieben laut Walsh jedoch stark, und die überarbeiteten Handels- und BIP-Prognosen der Welthandelsorganisation und des Internationalen Währungsfonds gingen weiterhin von Wachstum im Jahr 2026 aus.
Walsh fügte hinzu, dass die Luftfrachtnetze bislang die nötige Flexibilität böten, damit sich globale Lieferketten an geopolitische Spannungen, Zölle und betriebliche Einschränkungen anpassen könnten. Die Widerstandsfähigkeit der Branche werde in den kommenden Monaten vor allem durch die Entwicklung der Lieferketten und der Treibstoffpreise auf die Probe gestellt.
- Nachfrage (CTK)
- -4,8 % ggü. Vorjahr
- Kapazität (ACTK)
- -4,7 % ggü. Vorjahr
- Flugkraftstoffpreis
- +106,6 % ggü. Vorjahr
- Ölpreis
- +43,1 % ggü. Vorjahr
- Raffineriemargen
- +320 %
- Einkaufsmanagerindex (PMI)
- 51,4 Punkte
- Anteil Nahost am CTK
- 13,2 % (2025)
Laut IATA wuchs die globale Industrieproduktion im Februar im Jahresvergleich um 3,1 Prozent – bereits der 38. Wachstumsmonat in Folge –, während der weltweite Warenhandel im Jahresvergleich um 8,0 Prozent zulegte.
Die Preise für Flugkraftstoff stiegen im März im Jahresvergleich sprunghaft um 106,6 Prozent, begleitet von einem Anstieg der Ölpreise um 43,1 Prozent und einem Sprung der Raffineriemargen um 320 Prozent.
Der Einkaufsmanagerindex (PMI) im verarbeitenden Gewerbe verharrte im März bei 51,4 Punkten und damit in der Wachstumszone, wenn auch leicht unter dem Februarwert. Der Index für neue Exportaufträge erreichte 50,1 Punkte, was laut IATA auf günstige Bedingungen für die Luftfrachtnachfrage hindeutet.
Leistung nach Regionen
- Asien-Pazifik: Nachfrage stieg um 5,4 %, Kapazität um 5,0 %.
- Nordamerika: Nachfrage sank um 1,2 %, Kapazität um 1,1 %.
- Europa: Nachfrage stieg um 2,2 %, Kapazität um 4,2 %.
- Naher Osten: Nachfrage brach um 54,3 % ein, Kapazität um 52,4 % – das schwächste Ergebnis aller Regionen. Die Region machte 2025 nur 13,2 % des weltweiten CTK-Marktes aus, weniger nur als Lateinamerika und Afrika.
- Lateinamerika und Karibik: Nachfrage stieg um 1,8 %, Kapazität um 5,1 %.
- Afrika: Nachfrage stieg um 7,0 % – der stärkste Anstieg aller Regionen –, Kapazität sank jedoch um 4,6 %.
Laut IATA fiel die Leistung auch je nach Handelsroute unterschiedlich aus. Am stärksten wuchs die Route zwischen Afrika und Asien, gefolgt von der Verbindung Asien–Europa; auch der innerasiatische Handel entwickelte sich sehr gut. Die mit dem Persischen Golf verbundenen Routen waren dagegen durch den anhaltenden Nahost-Konflikt schwer beeinträchtigt. Die Quelle enthält zu den einzelnen Routen auch eine Tabelle mit dem Jahreswachstum, konkrete Zahlen zu den einzelnen Routen fehlen jedoch im veröffentlichten Text.
Die IATA vereint über 370 Fluggesellschaften, die rund 85 Prozent des weltweiten Luftverkehrs repräsentieren, und ihre Statistiken umfassen sowohl internationalen als auch inländischen planmäßigen Frachtverkehr von Mitglieds- und Nichtmitgliedsfluggesellschaften.