Airbus und MTU Aero Engines kündigen Gemeinschaftsunternehmen für Wasserstoffantrieb an

Airbus und MTU Aero Engines gaben am 7. Juli 2026 die Absicht bekannt, ein Gemeinschaftsunternehmen zu gründen, das einen voll elektrischen Antrieb auf Basis von Wasserstoff-Brennstoffzellen für Flugzeuge entwickeln und auf den Markt bringen soll. Der Schritt folgt auf ein Memorandum of Understanding, das beide Unternehmen im Juni 2025 auf der Paris Air Show unterzeichnet hatten.

Laut einer in Toulouse veröffentlichten Pressemitteilung von Airbus soll die neue, eigenständige und flexibel geführte Organisation die Technologieentwicklung, Konstruktion, Erprobung und Zertifizierung eines auf Wasserstoff-Brennstoffzellen basierenden Antriebssystems beschleunigen. Am Betrieb des Unternehmens sollen Ingenieur- und Fertigungsteams beider Mutterkonzerne beteiligt sein.

Die Vereinbarung ist bislang unverbindlich, ihre Umsetzung hängt von den üblichen behördlichen Genehmigungen sowie vom Abschluss der Mitbestimmungsverfahren auf europäischer und nationaler Ebene ab. Airbus und MTU rechnen damit, dass das Gemeinschaftsunternehmen 2027 seine Tätigkeit aufnimmt.

Datum der Ankündigung
7. Juli 2026
MoU unterzeichnet
Juni 2025, Paris Air Show
Start des JV
2027 (geplant)

Bruno Fichefeux, Leiter der zukünftigen Programme bei Airbus, erklärte, das geplante Gemeinschaftsunternehmen sei der nächste logische Schritt hin zur gemeinsamen Vision eines Wasserstoffantriebs für die Luftfahrt. Die Bündelung von Technologien und Fachwissen beider Unternehmen schaffe eine europäische Kraft, die fortgeschrittene Forschung in industriell nutzbare und zertifizierbare elektrische Antriebssysteme umwandeln könne. Dies solle die strategische Eigenständigkeit bei der nächsten Generation von Luftfahrttechnologien fördern und die langfristige ZEROe-Ambition stärken.

Dr. Stefan Weber, Vizepräsident für Engineering und Technologie bei MTU Aero Engines, beschrieb das Projektziel als Entwicklung eines sicheren, zuverlässigen und wirtschaftlichen Antriebssystems, das zu einer klimaneutralen Luftfahrt beitragen soll. Dies sei ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zum ersten Wasserstoffmotor und ein echter europäischer technologischer Vorsprung. Das neue Unternehmen soll den gesamten Lebenszyklus der Brennstoffzellen-Antriebseinheiten abdecken – von der Entwicklung über die Erprobung und Zertifizierung bis zur Kommerzialisierung.

Die Mitteilung erinnert daran, dass Wasserstoff langfristig die Klimaauswirkungen der Luftfahrt deutlich verringern und den Luftverkehr ähnlich verändern könnte, wie Elektroautos den Automobilsektor beeinflusst haben.

Aufteilung der Zuständigkeiten

Eine Wasserstoff-Brennstoffzelle erzeugt Strom durch eine elektrochemische Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff, wobei als einziges Nebenprodukt Wasserdampf entsteht. Laut einem Hinweis für Redakteure würde diese Technologie in der Flugphase sowohl Kohlendioxid- (CO2) als auch Stickoxid-Emissionen (NOx) ausschließen und damit zur Verringerung der Klimawirkung der Luftfahrt beitragen.

Bisherige Schritte zum Wasserstoffantrieb

  1. Airbus kündigt Fokus auf Brennstoffzelle an Das Unternehmen entschied sich, sich auf einen voll elektrischen Brennstoffzellenantrieb zu konzentrieren.
  2. Unterzeichnung des Memorandum of Understanding Airbus und MTU unterzeichneten das MoU auf der Paris Air Show.
  3. MTU schließt wichtige Entwicklungsschritte ab Design der Flying Fuel Cell finalisiert, Fertigung des Demonstrator-Stacks begonnen, Elektromotor eMoSys getestet, erster Prüfstand in München in Betrieb genommen.
  4. Ankündigung des Gemeinschaftsunternehmens Airbus und MTU kündigten die Absicht an, ein JV zur Entwicklung und Kommerzialisierung des Antriebs zu gründen.
  5. Geplanter Start des JV Der Betriebsstart hängt von behördlichen Genehmigungen und Mitbestimmungsverfahren ab.

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